Zustandsüberwachung in der Hydraulik
„Sensor Overkill“ vs. „Keep it simple“: Ein Beitrag in der O+P von Christian Meindl, Business Development Manager bei MP Filtri Deutschland.
Viele Sensoren erzeugen viele Daten aber benötigen auch viele Ressourcen. Gerade im Condition Monitoring werden Sensoren an immer mehr Stellen eingesetzt. Unter Umständen wird dadurch mehr Komplexität erzeugt als notwendig. Ein Ansatz, der auf gut handhabbare Informationen baut, kann bei weniger Ressourcenverbrauch ähnlich gute Ergebnisse liefern.
Fahren Sie ein konventionelles Auto mit Verbrennungsmotor? Und ist Ihnen in diesem Zusammenhang schon einmal aufgefallen, dass neben einer Heerschar an Sensoren oftmals das einzig verbliebene Instrument zur Beurteilung des aktuellen Maschinenzustandes bzw. des Motors die Temperaturanzeige des Kühlwassers ist?
Oder erinnern Sie sich noch an früher, wo manche Fahrzeuge mit Zusatzinstrumenten zur Anzeige der Öltemperatur und/oder des Öldrucks ausgestattet waren? Aber warum war das so? Ganz einfach, man hat sich bei der Überwachung der Funktionsfähigkeit des Motors – neben einer regelmäßigen Kontrolle der Füllstände von Betriebsflüssigkeiten sowie durchgeführter Inspektionen – auf das Wesentliche konzentriert.
Der Endanwender steht im Mittelpunkt
Übertragen auf das industrielle Umfeld, wirft obiges Beispiel nicht nur die Frage nach dem „Warum“ einer Zustandsüberwachung von Anlagen und Maschinen auf, sondern vor allem nach dem „Wie“ sowie dem „Grad der Komplexität“. Es ist unbestritten, dass jede Anlage einem natürlichen Verschleiß unterliegt und dass prozesskritische Maschinen allein schon unter dem Aspekt einer Gesamtbetriebskostenbetrachtung (Total Cost of Ownership TCO), einer permanenten – durch an der Maschine installierte Sensoren – oder zumindest regelmäßigen Zustandsüberwachung bedürfen.
Es geht hierbei nicht nur um die Vermeidung ungeplanter Stillstände oder einer verbesserten Planung von Instandhaltungsmaßnahmen, sondern vielfach auch um die Gewährleistung einer geforderten Anlageneffizienz sowie Betriebssicherheit. Die Ausgestaltung einer zielorientierten Zustandsüberwachungsstrategie und die damit einhergehende Auswahl der richtigen Messmittel- und Methoden, sind vor diesem Hintergrund elementar.
Hierbei darf die Zielgruppe bzw. der Anwender – und damit der zugrunde gelegte Grad an Komplexität – nicht außer Acht gelassen werden. Letzterer wird vor allem durch folgende Aspekte maßgeblich beeinflusst:
- Komplexität bei der Ergebnisinterpretation gemessener Zustandsparameter und Größen
- Eindeutigkeit ausgegebener Handlungsempfehlungen und abzuleitender Maßnahmen
- Technische Komplexität bei der Implementierung eines Zustandsüberwachungsansatzes
Bedeutet: Anzahl und Auswahl der Messverfahren sowie deren Applikation an (Sensoren [online], portable Messgeräte [on-site]) und fernab (Laboranalysen [offline]) der Maschine.



